Japanische Multiplikation

Im Web und vor allem auf YouTube findet man immer wieder Anleitungen zum „japanischen Multiplizieren“. Wer das noch nicht gesehen hat, schaue sich mal diesen Film mit deutscher Anleitung an. Das sieht doch erst mal sehr überzeugend aus, oder?

Tatsächlich ist es Unfug. Versuchen Sie einmal, nach dieser Methode 87*98 auszurechnen, und Sie wissen, warum. Es läuft darauf hinaus bei der Multiplikation etwa von 7*8 die 56 Punkte im 7*8-Gitter auszuzählen. Das ist weder effektiv noch nützlich. Um ein Auszählen zu vermeiden, lernen wir in der Grundschule das kleine Einmaleins! Dadurch gelingt es uns mit etwas Übung, schnell und sicher schriftlich zu multiplizieren.

Die übliche schriftliche Multiplikation kann sehr leicht motiviert werden, wenn man die Nullen anhängt.

  87*98
  -----
   7830
    696
  -----
   8526

Man multipliziert also zunächst 87*90, dann 87*8 und zählt zusammen. 87*8 wird von links nach rechts gerechnet, indem man 8*7 berechnet und den Zehner 5 von 56 „merkt“. Das ist eigentlich leicht nachzuvollziehen, zumindest auf etwas höherem Schulniveau. Bedauerlicherweise lernt man das in der Grundschule, wo die Begründung von fast allen Schülern nicht verstanden wird. Später bemüht sich natürlich niemand mehr, den Sinn des Algorithmus zu verstehen.

Übrigens macht die „japanische Methode“ nichts anderes, aber weniger effektiv. Ich habe auch keinen Hinweis darauf gefunden, woher diese Art der Multiplikation tatsächlich stammt.

Man frägt sich natürlich überhaupt, wozu das gut sein soll. Wir verschwenden in der Schule eh schon zuviel Zeit mit Rechnen und nehmen uns zuwenig Zeit zum Verstehen und Denken.

 

20. November 2012 von mga010
Kategorien: Uncategorized | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Hallo Herr Grothmann,

    meines Wissens nach wir diese Methode nicht zum rechnen sonder zum erklären der mathematischen zusammenhäge beim multiplizieren genuzt.

    Also wird der Unfug nicht betrieben hilft jedoch das Verständniss für die Rechenoperation zu fördern.

    Beste Grüße
    Franz Schaaf

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