Neutrales Internet und die Wahl

Die Sache liegt mir am Herzen, obwohl sie nichts mit Mathematik zu tun hat. Derzeit versuchen Internetprovider sich vom reinen Transportdienstleister zum Inhaltsanbieter zu wandeln. Die dahinter steckende Idee lässt lässt sich ganz einfach erklären: Man will an beiden Enden Geld verdienen. Der Kunde zahlt für die Bereitstellung des Internets, und die Einspeiser von Inhalten zahlen ebenfalls. Genauer gesagt, zahlen sie für eine bevorzugte Durchleitung ihrer Inhalte.

Bei der Telekom sieht das so aus, dass die Endkunden ab einem bestimmten Datenvolumen zusätzlich zahlen. Der Witz ist, dass dabei genau die Inhalte, für die der Konzern am anderen Ende kassiert, nicht zur Datenmenge gezählt werden. In anderen Ländern, und demnächst wohl auch bei uns, werden einfach die von Medienkonzernen bezahlten Inhalte bevorzugt transportiert.

Übrigens ist das am anderen Ende eine Win-win-Situation. Denn gerade weil die Konzerne für die Einspeisung zahlen müssen, drängen sie Anbieter vom Markt, die sich das nicht leisten können.

Mein Interesse an dem Thema entspringt nicht aus dem Bedürfnis, große Mengen von „freien“ Daten herunter zu laden. Ich mache so etwas nie und vermeide juristische Grauzonen. Mich besorgt dabei hauptsächlich die Kommerzialisierung eines weiteren Lebensbereichs. Die Leichtigkeit, mit der sich die Politik vor den Konzernen beugt, erstaunt mich immer wieder. Die Bevorzugung von Inhalten im Internet wird zu den gleichen Monopolen und Oligopolen führen, wie wir sie in anderen Bereichen (Energie, Handel, Nahrung, Wasser) heute schon haben.

Nun haben wir die Wahl. Leider hilft der Wahl-O-Mat nicht weiter. Es fehlen ihm einfach zu viele relevante Themen. Aber wenn man sich die grundlegenden Aussagen der Parteien zum Verhältnis zwischen dem Regulierer – also dem Staat – und dem Markt – also den Konzernen – ansieht, so sollte man recht schnell zu einer passenden Entscheidung kommen.

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