Rettet den Bachelor!

Lasst uns versuchen, den Bachelor und den Master, sowie den ganzen Bologna-Prozess mit der Modularisierung zu retten. Zurückdrehen kann man da nichts. Also nehmen wir die Vorteile an, die ja unbestreitbar vorhanden sind. Es ist nun zum ersten Mal möglich, dass schwächere Studenten mit einem Abschluss die Universität verlassen. Auch den Wechsel zwischen Universitäten begreife ich als Vorteil. Aber man ist über das Ziel hinaus geschossen.

Was wäre zu tun?

1. Das Gymnasium muss in der Regel wieder 9 Jahre lang sein. Der Stress mit den Nachmittagen und das Zusammenstreichen von Lerninhalten muss aufhören. Die Schüler sollten sich wieder spezialisieren können und die Oberstufe ihren Interessen gemäß vertiefen, ohne die Allgemeinbildung zu vernachlässigen. Dafür braucht es 9 Jahre. Die Schüler müssen wieder eine echte Hochschulreife erreichen.

2.  Der Bachelor dauert in der Regel 4 Jahre und endet mit einer selbständigen Arbeit im Umfang von mindestens 1/2 Semester. Das ergibt um 2 Jahre reifere und bessere Absolventen. Außerdem ist der Bachelor kompatibler mit dem nicht europäischen Ausland. Die wesentliche Kompetenz, die Studenten erwerben, darf nicht sein, mit Zeitdruck zurecht zu kommen.

3. In jedem Semester gibt es maximal 3 Prüfungen und einen nicht benoteten Schein.  Das wird dadurch erreicht, dass Prüfungen mehrere Semester Studium abprüfen und dass Stoffeinheiten in der Regel 1/3 des Semesters umfassen. Kleinteilige Module sind die Ausnahme. Für Ausländer, die nur ein Semester und damit nicht über das ganze Modul hinweg bleiben, werden spezielle Prüfungen abgehalten. Damit sollte die übermäßige Belastung der Studenten und der Dozenten mit Prüfungen entfallen, und Vorlesungen bekommen wieder den Raum und die Aufmerksamkeit, die sie brauchen.

4. Der Master dauert in der Regel 3 Semester, wovon eines voll der Erstellung der Masterarbeit dient. Die Semester müssen nicht hintereinander liegen und können durch Praktika oder Berufstätigkeit unterbrochen sein. Insbesondere die Masterarbeit kann über längere Zeit neben dem Beruf erstellt werden. Dadurch wird der Master mit dem Beruf vereinbar. Er bleibt weiterhin dem selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten, allerdings unter Anleitung, gewidmet.

5. Das schriftliche Staatsexamen wird abgeschafft, wo es noch existiert. Es muss aufhören, dass die Inhalte, die das Ministerium zufällig dem Staatsexamen unterlegt, das Fachstudium kanonisieren und die Freiheit der Lehre einschränken. Die Inhalte sind bei der Lehramtsausbildung ohnehin weniger wichtig als die Kompetenzen. Optimal wäre, wenn die Ausbildung für Gymnasiallehrer auf einem Bachelor im Fach basieren würde, nach dem ein Master für Gymnasiallehrer erworben wird. Für Schularten, bei denen die Lehrer mehrere Fächer unterrichten, soll es weiterhin ein spezielles Studium mit speziellen Modulen, auch im Fach, geben.

6. Die Modulinhalte müssen so frei wie möglich formuliert werden. Jede Festlegung behindert die für ein wissenschaftliches Studium notwendige Entfaltung des Dozenten. Das gilt in besonderem Maße für die Geisteswissenschaften, aber auch für Mathematik und die Naturwissenschaften, zumindest in höheren Semestern. Im Masterstudium sind feste Modulbeschreibungen unerträglich. Verwaltungsmäßig lässt sich das so lösen, dass der Dozent die jeweilige Modulbeschreibung im Semester davor überarbeiten muss.

Ich freue mich auf Kommentare und Diskussionen.

09. Mai 2015 von mga010
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