Sicherheit – Linux versus Windows

Was mich bei den Linux-Jüngern am meisten aufregt ist die Behauptung, Linux sei sicherer als Windows. Linux erlaubt dem Guru (manchmal bin ich auch einer) leichteren Zugriff auf Systemwerkzeuge und eine ausgereifte Shell, aber ist es wirklich sicherer? Wahr daran ist sicherlich, dass Linux ein offenen System ist. Man muss zugeben, dass man dadurch den Quelltext der Distributionen auf Schadsoftware überprüfen könnte. Aber wer macht das? Dass das System und die Benutzer voneinander und untereinander geschützt sind, solange ein Programm keine Root-Privilegien hat, ist auch wahr. Aber das gilt für Windows inzwischen auch.

Unter Sicherheit verstehe ich und 98% der Computernutzer mit ihren Single-User-Systemen etwas anderes: Sicherheit der gespeicherten Daten und Kennwörter vor Spionage. Und da sieht es bei Linux und Windows gleich düster aus. Jedes meiner Programme kann auf die Daten jedes anderen Programms zugreifen. Da nützt auch kein Truecrypt-Container. Denn solange er als Laufwerk geöffnet ist, kann jedes Programm seinen Inhalt auslesen. Eine Verschlüsselung hilft lediglich bei einem Verlust des Rechners.

Ich verstehe immer noch nicht, warum kein Hersteller den Werbeeffekt eines wirklich sicheren Systems erkennt, und konsequent jedes Programm in einer eigenen Sandbox ausführt. Will das Programm auf Daten außerhalb seines automatisch eingerichteten Verzeichnis zugreifen, muss der Benutzer das bestätigen. Will es eine Internetverbindung aufnehmen, muss der Benutzer zustimmen. Was ist daran so schlimm? Bill Gates hat zu dieser Idee einmal gesagt, sie sei nicht zumutbar. Ich bin anderer Meinung.

2 Gedanken zu „Sicherheit – Linux versus Windows

  1. mga010 Beitragsautor

    So wie ich das sehe, gilt das für den App Store, sofern die Apps das Sandboxing implementieren, sich also selbst beschränken. Sie müssen sich dazu als beim System so registrieren. Ab diesem Jahre soll das Pflicht werden. Das ist erstmal begrüßenswert. Ich hätte das aber gerne als Feature des Systemkerns.

    Übrigens fand ich Apple schon immer nicht nur schick, sondern auch nutzerfreundlich. Leider ist die Hardware so teuer, dass sie in unserer Universität nicht beschafft wurde. Daher sind wir hier auf Windows, mit einigen Ausnahmen Richtung Linux.

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