Was erreichen wir mit unserer Lehrerbildung?

Angesichts der eben korrigierten Klausuren für das Lehramt Realschule frage ich mich schon, ob unsere Lehramtsausbildung von dieser Welt ist.

Wie kann es sein, dass ein Student nach 4 Jahren Studium mehrere voll beschriebene Seiten mit „Lösung“ abgibt, für die ich ihm aber keinen einzigen Punkt geben kann? Und das kommt nicht nur einmal vor.

Oder wie ist es möglich, dass 50% der Studenten behaupten, die Differentialgleichung

\(y‘ = x(y-y^2), \quad y(0)=0 \)

hätte keine Lösung? Wenigstens diese Grundaussage der Vorlesung über Differentialgleichungen sollte doch jeder Student und jede Studentin mitbekommen, oder?

Wie sind die vielen groben Logik-Fehler, falsche Ableitungen, grobe Rechenfehler zu erklären. Nervosität?

Ich weigere mich erstmal, in den Chor derer einzustimmen, die ein stetiges Absinken des Niveaus beklagen. Kann sein, dass es im Moment zu viele Studenten gibt, die ohne eigentliche Eignung und auch ohne Neigung Mathematik als Lehrfach wählen. Aber dann wäre es Aufgabe unseres Systems, diese Studenten im Laufe des Studiums abzufangen – und nicht erst im Staatsexamen.

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