Wirtschaft übernimmt Uni

Ich weise hier einmal auf einen lesenswerten Artikel auf den Nachdenkseiten hin. Leider ist der Artikel grausig formatiert und im Stile eine akademischen Abhandlung gehalten, bis zu einem Grad, der die Lektüre zäh macht. Ich würde mir wirklich mehr stilistische Waffengleichheit zwischen Kritikern der aktuellen Politik und den Lobbyisten von Bertelsmann wünschen.  Ein wenig Hochglanz würde auch alternativen Denkern nicht schaden.

Was derzeit an den Hochschulen passiert, ist eine zunehmende Einflussnahme von einzelnen, stramm neo-liberal denkenden Wirtschaftsvertretern. Dies geschieht über die Kontrolle der Finanzen mit Hilfe von Änderungen in den Leitungs- und Entscheidungsstrukturen der Universitäten. Die entmachteten Professoren schauen zu, weil sie entweder dem politischen Druck nachgeben oder an Strukturdiskussionen nicht interessiert sind – wahrscheinlich im Glauben daran, dass sie die grundgesetzlich zugesicherte Forschungs- und Lehrfreiheit schützt.

Neubesetzungen von Lehrstühlen mit starker Einflussnahme der Hochschulleitung oder gar ohne Beteiligung der Fächer, Umordnungen von Fachbereichen mit neuen finanziellen Verteilungsschemas, die Abschaffung ganzer Fächer nach vermeintlichen Effizienzrichtlinien, oder sogar zugunsten von extern finanzierten Stiftungseinrichtungen belehren die Professoren eines besseren. Wenn die Mitgestaltungsmöglichkeiten erst einmal auf ein Vorschlags- und Beratungsrecht reduziert sind, ist es zu spät zu klagen.

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